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Begriffe in der Familienforschung 

Heute ist es wesentlich einfacher, Wohnorte zu ermitteln und so den wortwörtlichen Lebensweg einer Person nachzuvollziehen. Aufzeichnungen aus der Vergangenheit sind nicht immer vollständig vorhanden und häufig überdies an verschiedenen Stellen hinterlegt.

Im Bereich der Familienforschung gibt es einige Begriffe, die auch heute noch gelten, jedoch insbesondere bei der Spurensuche eine wichtige Rolle spielen und wesentliche Anhaltspunkte geben können.

 

Grundsätzlich wird bei der Betrachtung einer familiären Gemeinschaft unterscheiden, welcher Seite der Familie die einflussreichere Rolle zukommt, das bedeutet, welche Seite größeren Einfluss auf die Familiengeschichte nahm. Wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang sind Matrilokalität, Patrilokalität und Neolokalität sowie Matrilinearität und Patrilinearität.

Matrilokalität - die Besuchsehe

Von Matrilokalität, zusammengesetzt aus den lateinischen Worten mater für Mutter und locus für Ort, oder auch Uxorilokalität, wird dann gesprochen, wenn ein Ehepaar nach der Hochzeit an den Ort zieht, an dem die Familie der Frau, und hier insbesondere die Mutter, lebt.

Das heißt, die Ehefrau verbringt im Grunde genommen ihr Leben am Wohnort ihrer Mutter und gründet dort ihre eigene Familie. In einigen Fällen war und ist Matrilokalität mit der sogenannten Besuchsehe verbunden, bei der das Ehepaar nicht zusammenlebt, sondern der Mann seine Frau in regelmäßigen Abständen besucht.

Patrilokalität und Virilokalität 

Zieht das Ehepaar nach der Heirat an den Wohnort des Vaters des Ehemannes, wird dies als Patrilokalität bezeichnet, Virilokalität bedeutet, dass die Frau an den Wohnsitz ihres Ehemannes zieht.

Neolokalität 

Zieht das Ehepaar weder zu den Brauteltern noch zu den Eltern des Bräutigams, sondern gründet einen gänzlich neuen Hausstand, ist Neolokalität gegebenen.

Vermutlich von etwas größerer Bedeutung im Bezug auf die Entwicklung der Familiengeschichte ist jedoch, ob die verwandtschaftlichen und alle andere Verhältnisse, beispielsweise im Hinblick auf materielles, kulturelles, spirituelles oder rechtliches Erbe vom Vater auf den Sohn übergehen oder über die Abstammung von der Mutter gebildet werden.

Die Vaterfolge - Patrilinearität und Matrilinearität

Geht die Entwicklung auf den Vater zurück, wird hierfür das deutsche Wort Vaterfolge oder der Fachausdruck Patrilinearität verwendet, im gegensätzlichen Fall Matrilinearität.

Allerdings ist es auch in diesem Fall möglich, dass ein Mann Familienoberhaupt ist und seinerseits das Erbe auf den Ehemann seiner Tochter oder den Sohn seiner Schwester überträgt.

 

Thema: Familienforschung

 

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