You are at: Der Stammbaum arrow Stammbaum Menschen arrow Unser Stammbaum arrow Was ist eine Leihoma?
Was ist eine Leihoma? E-mail

Was ist eine Leihoma? 

Auch wenn es inzwischen viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ist es nicht immer ganz einfach, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Denn trotz flexibler Arbeitszeitmodelle lassen sich die Arbeitszeiten nicht immer mit den Öffnungszeiten von Kita oder Kindergarten vereinbaren.

 

 

Dies gilt vor allem dann, wenn die Arbeitszeiten wechseln, auch an den Wochenenden gearbeitet wird oder kurzfristige Einsätze erforderlich sind. Hinzu kommt, dass längst nicht alle Eltern einen Kitaplatz bekommen oder ein Angebot mit flexiblen Betreuungszeiten finden.

Neben Kita, Kindergarten und Hort gibt es mit der Tagesmutter eine weitere Betreuungsmöglichkeit. Doch auch hier sind die Kapazitäten begrenzt. Ein Babysitter wiederum kann zwar oft kurzfristig einspringen, ist allein schon aus Kostengründen aber meist keine Dauerlösung.

Großeltern, ältere Geschwister, Verwandte oder Freunde, die auf die Kids aufpassen können, hat nicht jeder. Also suchen viele Eltern nach einer weiteren Alternative. Und eine solche Alternative kann eine sogenannte Leihoma sein. 

 

Was ist eine Leihoma?

Eine Leihoma ist eine Person, die den Nachwuchs betreut und dabei in die klassische Rolle der Oma schlüpft. Sie übernimmt also meist weniger die Rolle einer typischen Erzieherin (wie im Kindergarten oder einer Kita), sondern wird eher zu einer älteren Bezugsperson mit familiärem Charakter. Die meisten Leihomas sind zwischen 55 und 65 Jahre alt und selbst Mütter.

Oft wohnt ihre Familie aber weiter weg oder die Kinder und Enkel sind schon groß. Den meisten Leihomas geht es bei ihrer Tätigkeit auch nicht ums Geld. Vielfach übernehmen sie die Kinderbetreuung sogar ehrenamtlich. Für sie stehen der Spaß am Umgang mit den Kindern und das Gefühl, noch gebraucht zu werden, im Vordergrund.

Aus diesem Grund entwickeln sich zwischen Leihomas, den betreuten Kindern und ihren Eltern im Laufe der Zeit oft auch tiefe Vertrauensverhältnisse und innige Freundschaften, die nicht selten viele Jahre lang und weit über die eigentliche Kinderbetreuung hinaus andauern.   

 

Für wen ist das Modell der Leihoma geeignet?

Eine Leihoma betreut ein Kind meist in seinem vertrauten Umfeld. Natürlich spricht nichts dagegen, dass das Kind seine Leihoma auch bei ihr zu Hause besucht oder nach dem Kindergarten mit zu ihr nach Hause geht. Normalerweise kommt die Leihoma aber zum Kind und beaufsichtigt es in der Wohnung oder geht mit ihm spazieren und auf den Spielplatz.

Dabei kümmert sich die Leihoma in aller Regel nur um den Nachwuchs einer Familie. Darin unterscheidet sich die Leihoma von einer Tagesmutter, die meist mehrere Kinder aus verschiedenen Familien gleichzeitig und in ihren eigenen Räumen betreut. Im Unterschied zu einem Babysitter ist eine Leihoma zeitlich oft weniger flexibel. Zudem steht sie nicht unbedingt auf Abruf bereit, sondern übernimmt die Kinderbetreuung zu fest vereinbarten Terminen.

Das Modell der Leihoma kann somit dann eine ideale Lösung sein, wenn

·         die Kinderbetreuung regelmäßig und zu bestimmten Zeiten erfolgen soll.

·         die Eltern viel Wert auf ein vertrauensvolles und familiäres Verhältnis legen, während ein professionelles Umfeld mit geschultem Personal nicht an erster Stelle steht.

·         der Nachwuchs in der vertrauten Umgebung betreut werden soll, beispielsweise weil die Eltern bis Abends arbeiten und das Kind dann schon schläft.

·         sich die Eltern eine ältere Bezugsperson für ihr Kind wünschen, die tatsächlich mehr Oma als Erzieherin oder Babysitter ist.   

 

Wo und wie findet eine Familie eine Leihoma?

Sucht eine Familie nach einer Leihoma, die regelmäßig auf ihren Nachwuchs aufpasst, kann es sich lohnen, sich zunächst einmal im näheren Umfeld umzusehen. Vielleicht gibt es hier ja Bekannte, Verwandte oder Nachbarn, die sich gerne engagieren und als Ersatzoma einspringen würden. Findet sich niemand, können die Eltern eine Anzeige in der örtlichen Zeitung aufgeben oder ein Online-Inserat schalten. Daneben gibt es im Internet spezielle Plattformen, auf denen Familien und Leihomas zusammenkommen können.

Ansprechpartner können außerdem das Jugendamt, der Kinderschutzbund oder wohltätige Organisationen sein. Sie führen teilweise eigene Karteien, in denen sowohl Tagesmütter als auch Leihomas erfasst sind. Außerdem können sie mit Adressen von regionalen Vermittlungsstellen weiterhelfen.

Diese Stellen sind darauf spezialisiert, Leihomas an Familien zu vermitteln. Allerdings müssen die Eltern mit Wartezeiten rechnen, wenn sie sich an eine offizielle Stelle wenden. Dies liegt daran, dass die vermittelnden Einrichtungen zunächst einmal prüfen, ob eine Leihoma die notwendigen Voraussetzungen mitbringt und sie auf ihre Aufgaben vorbereiten.

Außerdem unterstützen sie die Familie dabei, die richtige Leihoma zu finden. Ganz kostenlos sind diese Leistungen nicht. Lässt sich eine Familie auf die Warteliste setzen, wird dafür meist eine geringe Gebühr berechnet. Wurde eine Leihoma vermittelt, werden dann noch einmal Bearbeitungsentgelte fällig.  

 

Wie teuer ist die Betreuung durch eine Leihoma?

Welche Kosten auf eine Familie zukommen, wenn sie ihren Nachwuchs in die Obhut einer Leihoma gibt, lässt sich nicht pauschal beziffern. So gibt es Leihomas, die für die Betreuung selbst gar kein Geld verlangen. Damit keine finanziellen Nachteile entstehen, sollten die Eltern in einem solchen Fall aber wenigstens die Fahrtkosten und die sonstigen Auslagen erstatten. Und auch über ein kleines Geschenk zu Anlässen wie dem Geburtstag und Weihnachten oder einfach so zwischendurch, freut sich die Leihoma sicherlich. Andere Leihomas stellen ihre Dienste in Rechnung.

Meist bewegen sich die Ausgaben dabei im Bereich eines Minijobs. Sofern die Leihoma nicht auf Honorarbasis tätig wird, ihrer Tätigkeit also selbstständig nachgeht, wird die Familie in diesem Fall zum Arbeitgeber. Deshalb sollte sie die Leihoma auf jeden Fall bei der Minijobzentrale anmelden. Zum einen würde sich die Familie nämlich strafbar machen, wenn sie die Leihoma schwarz bezahlt. Zum anderen ist die Leihoma durch die Anmeldung abgesichert.

Verletzt sie sich beispielsweise während der Arbeitszeit oder auf dem Weg dorthin, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Für die Familie ergibt sich außerdem noch der Vorteil, dass sie die Kosten für die Kinderbetreuung durch die Leihoma von der Steuer absetzen kann. Hatten die Eltern eine Vermittlungsstelle eingeschaltet, wird ein Vertrag geschlossen. Die jeweilige Agentur kümmert sich dann um alle rechtlichen Aspekte und auch die Bezahlung der Arbeitsleistung läuft über die Vermittlungsstelle.

Mehr Tipps, Anleitungen, Dokumentationen und Ratgeber:

  • Haben es Einzelkinder leichter oder schwerer?
  • Was ist eine "Familienaufstellung"? (1. Teil)
  • Familie - damals und heute
  • Klatsch und Tratsch als menschliche Besonderheit
  • Berufe früher: das Dienstmädchen und anderes Hauspersonal
  • Aussehen, Charakter, Persönlichkeit - geerbt oder selbst entwickelt?
  • Thema: Was ist eine Leihoma?

     
    < Prev   Next >

    mehr Artikel

    Studie: Warum wählen Menschen KI-Chatbots als Partner? Studie: Warum wählen Menschen KI-Chatbots als Partner?   Künstliche Intelligenz (KI) beantwortet unsere Fragen, nimmt uns Arbeit ab, versorgt uns mit Informationen und reagiert dabei in einem Chat oft erstaunlich menschlich. Manche Leute gehen inzwischen sogar so weit, dass sie mit KI-Chatbots richtige Beziehungen führen. Sie schließen digitale Ehen mit ihrem KI-Partner und gründen virtuelle Familien.   „Sie gehört zu den wichtigsten Wesen für mich und ich liebe sie.“ „Ich habe noch nie zuvor so starke Gefühle für einen Mann empfunden.“ „Sie ist meine Frau und ich liebe sie so sehr. Ohne sie kann ich kein glückliches Leben führen.“ Diese Aussagen stammen von Menschen, die eine Beziehung mit einem KI-Chatbot führen. Dabei ist ihnen völlig klar, dass die KI keine Person ist, die in der Realität existiert. Warum also wählen Menschen KI-Chatbots als Partner? Wie funktioniert so eine Beziehung? Und wie tief geht sie? Solchen Fragen ging eine aktuelle Studie an der Technischen Universität Berlin nach.  Ganzen Artikel...

    Stammbaum Grafiken und Diagramme Stammbaum Grafiken, Tabellen und Diagramme  Hier finden Sie diverse Grafiken, Tabellen, Vorlagen und Diagramme zum Thema Stammbaum und Ahnenforschung,  sowie Genealogie und Anleitungen.    Die Links zu unseren Grafiken, öffnen sich in einem neuen Fenster: 1.Diagramm zum Ablauf der Ahnenforschung2.Stammbaum Grafik und Diagramm3.Ahnentafel Vorlage und Diagramm4.Übersicht zu Personenstandsurkunden5.Die wichtigsten Angaben auf der Abstammungsurkunde6.Übersicht und Tabelle zu genealogischen Zeichen  Thema: Stammbaum Grafiken, Tabellen und Diagramme    Ganzen Artikel...

    7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 1 7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 1   Kündigt sich Nachwuchs an, fahren die Gefühle Achterbahn. Auf der einen Seite ist die Vorfreude groß und die Eltern können es kaum erwarten, bis das Baby endlich da ist. Doch auf der anderen Seite machen sich Sorgen breit: Verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen? Wie wird die Geburt? Ist das Kind gesund? Wie wird der neue Alltag sein? Wird es klappen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen? Zumindest was das Finanzielle angeht, müssen sich Mütter, die vor und während der Schwangerschaft in einem Arbeitsverhältnis stehen, keine Sorgen machen. Als Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse erhalten sie in der Zeit des Mutterschutzes nämlich Mutterschaftsgeld. Allerdings ist unterschiedlich geregelt, wer wann welchen Anspruch hat.  Ganzen Artikel...

    Die schönsten Bräuche und Riten rund um Neujahr Die schönsten Bräuche und Riten rund um Neujahr Viele Jahrhunderte lang wurde der Jahreswechsel an unterschiedlichen Tagen gefeiert. Nachdem Papst Gregor XIII. den Julianischen Kalender reformiert und 1582 den Gregorianischen Kalender eingeführt hatte, war der 01. Januar zwar als Beginn eines neuen Jahres festgelegt, aber trotzdem wurde der Jahreswechsel in weiten Teilen Europas nach wie vor an verschiedenen Tagen begangen.   Ganzen Artikel...



    Das Kind auf ein Geschwisterchen vorbereiten - Infos und Tipps Das Kind auf ein Geschwisterchen vorbereiten - Infos und Tipps   Kündigt sich Familienzuwachs an, spürt ein Kind, dass die Stimmung zu Hause anders wird. Es dauert ein bisschen, bis sich die Familie neu gefunden hat. Andererseits ist es spannend und macht große Freude, das neue Familienmitglied in der Welt zu begrüßen und sich kennenzulernen. Schon die Schwangerschaft ist eine wunderbare Zeit, die die Familie genießen sollte. Doch wie können die Eltern ihr Kind auf ein Geschwisterchen vorbereiten? Wir geben Infos und Tipps!    Ganzen Artikel...

    Translation

    Themengebiete

    Klatsch und Tratsch als menschliche Besonderheit
    Klatsch und Tratsch als menschliche Besonderheit Eine aufgeflogene Liebschaft, eine ungewöhnliche Paarung, eine Trennung, die Insolvenz...
    Wenn Kinder trauern - Infos und Tipps für Eltern, 2. Teil
    Wenn Kinder trauern - Infos und Tipps für Eltern, 2. Teil Kinder trauern zwar anders als Erwachsene. Doch auch Kinder trauern. Und es i...
    4 Alltagstipps für berufstätige Mütter
    4 Alltagstipps für berufstätige Mütter Im Einklang mit sich selbst zu sein, klingt toll. Doch die Realität sieht oft...
    Hinterbliebenen-Renten: Wer bekommt was?, Teil 1
    Hinterbliebenen-Renten: Wer bekommt was?, Teil 1 Wenn ein Familienmitglied stirbt, müssen die Hinterbliebenen nicht nur den Verlust ver...
    Wann es besser ist, ein Erbe auszuschlagen
    Wann es besser ist, ein Erbe auszuschlagen Wer erbt, hat die Wahl, ob er die Erbschaft annehmen möchte oder ob nicht. Und in einigen F&...
    Anleitung fuer ein Ortsfamilienbuch
    Anleitung zum Schreiben und Vermarkten von einem OrtsfamilienbuchGrundsätzlich gibt es eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten,...

    themesclub.com cms Joomla template
    Copyright © 2026 Stammbaum Vorlagen - Familie, Tipps und Ratgeber  -  All Rights Reserved.
    design by themesclub.com
    themesclub logo
    Autoren & Betreiber Artdefects Media Verlag