Infos rund um Urbarien E-mail

Infos rund um Urbarien

 

Nachdem sich Familien- und Ahnenforscher unterschiedlicher Quellen bedienen, um Informationen zu sammeln, können für sie sicher auch Urbarien interessant sein.

 

Bei einem Urbar handelt es sich um ein Verzeichnis, in dem die Besitzverhältnisse einer Grundherrschaft erfasst sind. In den Grundzügen ist ein Urbar damit mit dem heutigen Grundbuch vergleichbar.

 

Neben den Besitzrechten sind in einem Urbar darüber hinaus jedoch auch die Leistungen dokumentiert, die die Grunduntertanen der Grundherrschaft gegenüber erbringen mussten.

 

 

 

 

Je nach Region werden Urbarien auch als Berain, Heberegister, Zinsrödel, Rodel oder Erdbuch bezeichnet und auf für Gült- und Lagerbücher wird der Begriff Urbar verwendet.

Das Wort Urbar leitet sich aus dem althochdeutschen Wort ur-beran und dem mittelhochdeutschen Wort erbern ab, die etwa so viel bedeuten wie hervorbringen oder einen Ertrag bringen.

  

Im heutigen Sprachgebrauch finden sich die Wurzeln dieser Worte in den Verben erben und erwerben.

Die frühesten Aufzeichnungen in Urbarien waren wenig ausführlich, denn es wurde grundsätzlich nur erfasst, wem das Land gehörte oder wem es zugewiesen war, später dann auch, welche Pflichten es gegenüber dem Grundherren gab. Viele Urbarien wurden dabei in lateinischer Sprache geführt.

Im Laufe der Zeit nahmen die erfassten Informationen zu, beispielsweise indem auch das Amt und die Gerichtsbarkeit eingetragen wurden und ab dem 16. Jahrhundert existieren Urbarien in der jeweiligen Landesprache.

Die Funktion der Grundherrschaften ist mit den heutigen staatlichen Verwaltungsstellen vergleichbar, auch wenn eine grundlegend andere Struktur vorlag. Üblicherweise residierten Grundherren in einem Schloss, einer Burg oder im Fall von kirchlichen Herrschaften in einem Pfarramt. Die Hauptaufgabe der Grundherrschaft bestand in der Verwaltung, die verschiedenste Bereiche abdeckte, angefangen bei der Marktaufsicht über die Erhebung von Steuern bis hin zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung sowie der Klärung von Rechtsstreitigkeiten.

 

Judikative, Exekutive und Legislative

Eine Teilung der Gewalten in Judikative, Exekutive und Legislative, wie dies heute der Fall, gab es zu dieser Zeit somit nicht. Zudem gab es keine klar festgelegten Gebiete, sondern die Herrschaft bezog sich immer auf Häuser und deren Bewohner, so dass es in einem Ort durchaus mehrere Herrschaften geben konnte.

Als Vertreter der Grundherren fungierten die im Ort ansässigen Richter, die auch als Amtmann bezeichnet wurden und Bürgermeister, Notar, Steuereintreiber und Rechtssprecher in einer Person waren.  

Parallel zu den Urbarien führten diese Amtmänner Herrschaftsprotokolle, in denen beispielsweise abgeschlossene Verträge oder steuerliche Angelegenheiten aufgezeichnet wurden.

 

Weiterführende Fachartikel zur Ahnenforschung und Geschichte: 

Infos zu Familienwappen
Die wichtigsten Begriffe der Genealogie
Infos und Übersicht zur Onomastik
Die Bedeutung adeliger Vorfahren
Stammbaum der Azteken

Thema: Infos rund um Urbarien

 
< Prev   Next >

mehr Artikel

Kinder in suchtbelasteten Familien Kinder in suchtbelasteten Familien   Die Abhängigkeit von Alkohol, Drogen, Medikamenten, Glücksspiel und anderen Faktoren betrifft nicht nur den Suchtkranken. Stattdessen hat die Sucht Auswirkungen auf die ganze Familie. Vor allem Kinder leiden unter den Folgen und brauchen neben Zuneigung meist Unterstützung. Wir versuchen in diesem Beitrag aufzuzeigen, was Kinder von Suchtkranken erleben und welchen Einfluss die Erkrankung auf ihr eigenes Leben hat.    Ganzen Artikel...

Die wichtigsten Fragen zum Kindesunterhalt, Teil 2 Die wichtigsten Fragen zum Kindesunterhalt, Teil 2   Gegenüber ihren Kindern sind Eltern grundsätzlich zu Unterhalt verpflichtet. Wie hoch die Unterhaltsansprüche ausfallen, hängt davon ab, wie groß die Familie ist, wie alt die Kinder sind und wie viel die Elternteile verdienen. Außerdem wird zwischen dem Natural- und dem Barunterhalt unterschieden. Doch was heißt das genau? In einer Beitragsreihe beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Kindesunterhalt. Hier ist Teil 2!  Ganzen Artikel...

Infos zu den Mendelschen Regeln Erklärende Infos zu den Mendelschen Regeln  Die mendelschen Regeln beschreiben die Vererbung von Merkmalen, bei denen ein Gen die Ausprägung bestimmt. Beispiele für solche Merkmale sind die Farbe von Erbsenblüten, die Form von Erbsensamen oder auch die Blutgruppen des Menschen. Die mendelschen Regeln gelten jedoch nur für diploide Organismen, also solche Organismen, die von jedem Elternteil je einen Chromosomensatz erben. Hierzu gehören Menschen sowie die meisten Tiere und Pflanzen. Für Organismen mit einem höheren Ploidiegrad sind aber entsprechende Ableitungen möglich. Früher wurden die mendelschen Regeln als mendelsche Gesetze bezeichnet.   Ganzen Artikel...

Rechtsanspruch auf Kita-Platz: Was heißt das eigentlich? Teil 2 Rechtsanspruch auf Kita-Platz: Was heißt das eigentlich? Teil 2   Der Besuch einer Kita soll einerseits der frühkindlichen Förderung dienen. Andererseits sollen die Eltern durch die geregelte Betreuung ihres Nachwuchses unterstützt und entlastet werden, beispielsweise weil sie recht schnell wieder in den Beruf zurückkehren wollen oder müssen. Jedenfalls haben Eltern seit 2013 einen gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Platz in einer Betreuungseinrichtung für ihr ein bis drei Jahre altes Kind.  Ganzen Artikel...



Wie sollten Ahnenforscher Ihre Daten sammeln und speichern Wie sollten Ahnenforscher Ihre Daten sammeln und speichern, auf dem Papier oder dem PC? Bei der Familien- und Ahnenforschung ist es von großer Bedeutung, von Beginn an möglichst exakt zu arbeiten und die Forschungsergebnisse genau und sorgfältig zu erfassen. Zudem muss der Familienforscher lernen, dass seine Ergebnisse immer offen bleiben müssen und Vermutungen oder Wahrscheinlichkeiten nicht den Stellenwert von Tatsachen erhalten dürfen. Im Verlauf der Forschung können und werden nämlich immer wieder neue Dokumente und Informationen auftauchen, die die bisherigen Ergebnisse ergänzen oder in ein anderes Licht rücken. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie Ahnenforscher ihre Daten am besten sammeln und speichern sollten.    Ganzen Artikel...

Translation

Themengebiete

Alles Wichtige rund um die Namensänderung, Teil 1
Alles Wichtige rund um die Namensänderung, Teil 1 Für die meisten Menschen ist der Name weit mehr als nur irgendeine Bezeichnu...
Die Praeimplantationsdiagnostik
Die wichtigsten Infos rund um die Präimplantationsdiagnostik Während Familien- und Ahnenforscher nach ihren Wurzeln suchen, gibt e...
Was macht ein Hospizbegleiter?
Was macht ein Hospizbegleiter? Einige Menschen werden in ihrem Leben schon sehr früh mit dem Tod konfrontiert. Andere Menschen komm...
Tagebuch schreiben - 7 Tipps
Tagebuch schreiben - 7 Tipps Viele haben einmal Tagebuch geschrieben. Doch die meisten hören irgendwann damit auf. Dabei kann ein Tage...
Stammbaum der am haeufigsten gezuechteten Hunderassen
Stammbaum der am häufigsten gezüchteten Hunderassen Bei einem Rassehund sind der Stammbaum oder die Ahnentafel keineswegs nur eine...
7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 2
7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 2 Natürlich ist die Freude riesig, wenn Nachwuchs unterwegs ist. Doch zu der Freude mischen si...

themesclub.com cms Joomla template
Copyright © 2026 Stammbaum Vorlagen - Familie, Tipps und Ratgeber  -  All Rights Reserved.
design by themesclub.com
themesclub logo
Autoren & Betreiber Artdefects Media Verlag