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Fragen und Antworten zur Zeitumstellung E-mail

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zeitumstellung 

Mit dem Frühling beginnt auch die sogenannte Sommerzeit. Jedes Jahr wird am letzten Wochenende im März in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Am letzten Wochenende im Oktober wird das Spielchen dann wiederholt, dieses Mal aber in die andere Richtung.

 

 

Die Uhr wird also um eine Stunde zurückgestellt. Damit herrscht wieder die Normalzeit, die auch Winterzeit genannt wird. Bei der Zeitumstellung geht es jeweils nur um eine Stunde.

Trotzdem macht vielen der Wechsel von der Sommer- auf die Winterzeit und umgekehrt zu schaffen, ähnlich wie ein Jetlag bei einer Fernreise. Hinzu kommt das mitunter lästige Einstellen der Uhren am Arm, an den Wänden, im Auto und an den diversen Elektrogeräten. Spätestens dann fragen sich viele, warum es überhaupt eine Sommerzeit gibt und worin eigentlich ihr Sinn liegt. Darum soll es im Folgenden gehen.

 

Hier also die wichtigsten Fragen und Antworten zur Zeitumstellung in der Übersicht: 

 

Warum gibt es die Sommerzeit?

Der Erste, der auf die Idee mit der Sommerzeit kam, war wohl Benjamin Franklin. Während eines Aufenthalts als Diplomat in Frankreich rechnete Franklin im Jahre 1784 aus, dass bei 100.000 Parisern an 183 Tagen 128 Millionen Stunden lang Kerzen brennen. Wer sich über diese hohe Zahl wundert, muss wissen, dass es seinerzeit in den besseren Kreisen nicht üblich war, vor 12 Uhr aufzustehen.

Das Leben spielte sich hauptsächlich abends und in den Nachtstunden ab. In einem recht humorvollen Brief schlug Franklin einer französischen Zeitung also vor, die Uhr zwischen dem 20. März und dem 20. September um sieben Stunden umzustellen. Dadurch könne eine enorme Menge an Kerzen eingespart werden. Die Idee der Zeitumstellung war damit geboren, auch wenn sie erst viel später und in einer deutlich milderen Form umgesetzt wurde.

In Deutschland erfolgte die Einführung der Sommerzeit am 30. April 1916. Durch die Sommerzeit sollte die Zeit, in der das natürliche Tageslicht genutzt werden kann, verlängert werden. Das Ziel bestand darin, einen Energie- und damit auch Kosteneinspareffekt zu erreichen. 1950 wurde die Sommerzeit dann aber wieder abgeschafft und dies sollte drei Jahrzehnte lang auch so bleiben.

Im Jahre 1973 kam allerdings die Ölkrise und mit ihr nicht nur ein Fahrverbot an vier Sonntagen, sondern auch steigende Energiepreise. In der Folge kehrte die Erinnerung an den Energiespareffekt durch die Sommerzeit zurück. 1978 fiel die Entscheidung, die Sommerzeit wieder einzuführen, 1980 wurde dieser Beschluss umgesetzt. Eine weltweit einheitliche Regelung, wann die Uhren umgestellt werden, gibt es aber bis heute nicht.   

 

Gibt es eine Eselsbrücke, um sich zu merken,
wann die Uhr vor- und wann sie zurückgestellt wird?

Die meisten wissen, dass die Uhr zweimal im Jahr umgestellt wird. Die Zeitpunkte, wann die Zeitumstellung stattfindet, kriegen viele auch noch zumindest ungefähr hin. Schwieriger wird es dann aber, wenn es um die Frage geht, wann die Uhr vor- und wann sie zurückgestellt wird.

Als Merkhilfe funktioniert folgendes Bild: Wenn es im Frühling wärmer wird, stellen Cafés, Restaurants und Eisdielen ihre Stühle und Tische vor den Läden auf die Straße. Wird es im Herbst dann wieder kühler und regnerisch, geht die Bestuhlung zurück in den Lagerraum.

Oder anders: Im Frühling und Sommer sitzt der Gast vor der Eisdiele, im Herbst und Winter rückt sein Platz zurück in die Eisdiele.  

 

Bringt die Sommerzeit wirklich eine Energieersparnis?

Die Idee hinter der Sommerzeit ist, den Energieverbrauch zu senken und Kosten einzusparen. Dieser Effekt ist jedoch seit jeher umstritten. Amerikanische Wissenschaftler haben unlängst sogar festgestellt, dass der Energieverbrauch sogar steigt. Dafür wurden drei Jahre lang die Stromzählerstände von mehr als sieben Millionen Privathaushalten ausgewertet.

Die Wissenschaftler der University of California kamen dabei zu dem Ergebnis, dass der Energieverbrauch um bis zu vier Prozent ansteigt. Im Frühjahr wird zwar etwas weniger Strom verbraucht, dafür gibt es aber im Spätsommer und im Herbst einen Anstieg. Als Hauptgründe hierfür wird angeführt, dass im Sommer die in den USA üblichen Klimaanlagen intensiver genutzt und gegen Herbst in den Morgenstunden vermehrt geheizt wird. Die Bundesregierung räumt übrigens ebenfalls ein, dass die Sommerzeit keine nennenswerten Vorteile in Sachen Energieverbrauch mit sich bringt.

Da Deutschland aber nicht von seinen Nachbarländern abweichen möchte, steht eine Abschaffung der Sommerzeit trotzdem nicht zur Debatte. 

 

Wie wirkt sich die Zeitumstellung auf die Gesundheit aus?

Vor allem der Beginn der Sommerzeit macht vielen Menschen zu schaffen. Der Tag-Nacht-Rhythmus im menschlichen Körper wird durch das Hormon Melatonin gesteuert. Ist die Nacht nun plötzlich eine Stunde kürzer, muss der Mensch also eine Stunde früher aufstehen als sonst, ist das Hormon stärker konzentriert. Der Biorhythmus und damit auch die Ausschüttung des Hormons lassen sich nämlich nicht so einfach und schnell umstellen wie eine Uhr.

Dies dauert etwas länger. Harmlosere Auswirkungen der erhöhten Hormonkonzentration sind Müdigkeit, eine verminderte Konzentrationsfähigkeit und eine leichte Antriebslosigkeit. Bei sehr empfindlichen Personen kann es aber auch zu Depressionen kommen. Außerdem kann sich die Zeitumstellung auf den Blutdruck und den Puls auswirken. Untersuchungen haben gezeigt, dass in den drei Tagen nach der Zeitumstellung beispielsweise mehr Herzinfarkte auftreten als sonst.

Übrigens bestätigen Statistiken, dass in den Tagen nach der Zeitumstellung auch die Anzahl an Verkehrsunfällen steigt. Ein Grund hierfür ist die höhere Konzentration an Melatonin, die die Achtsamkeit und das Konzentrationsvermögen negativ beeinflusst.

Ein anderer Grund ist, dass sich die Hauptverkehrszeit um eine Stunde verschiebt. Rehe, Hirsche, Wildschweine und andere Waldbewohner müssen sich an die veränderte Situation jedoch erst gewöhnen und so kommt es in den ersten Tagen nach der Zeitumstellung vermehrt zu Wildunfällen.  

 

Was sagt die EU zur Zeitumstellung?

Die EU-Kommission vertritt die Auffassung, dass die Sommerzeit keine nennenswerten Auswirkungen hat. Es gäbe geringfügige Energieeinsparungen, die in Zukunft aber unter anderem durch die Verwendung von Energiesparbirnen noch weniger ins Gewicht fallen werden.

Die Sommerzeit würde verschiedene Freizeitaktivitäten begünstigen, die Auswirkungen auf die Gesundheit wären zu vernachlässigen. Dazu sei angemerkt, dass in Finnland eine Studie mit zehn Probanten durchgeführt wurde.

Festgestellt wurden dabei Veränderungen im Biorhythmus und im Schlafverhalten in den vier Tagen nach der Zeitumstellung. Entscheidend aus Sicht der EU ist aber, dass bisher kein EU-Mitgliedsstaat Bedenken geäußert oder eine Änderung der bestehenden Regelung gewünscht habe. Insofern bestehe auch keinerlei Anlass, über eine Abschaffung der Sommerzeit nachzudenken.

 

Mehr Berichte, Dokumentationen und Tipps:

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