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Weltweit kuriose Riten und Bräuche zu Karneval E-mail

Einige der weltweit kuriosesten Riten

und Bräuche zu Karneval   

Weltweit gibt es einige Karnevalshochburgen und ob Rio de Janeiro, Venedig, Köln oder Mainz, das Feiern der närrischen Tage blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Zu den typischen Traditionen gehören bunte Kostüme und Umzüge mit aufwändig geschmückten Wagen, es wird bis in die Morgenstunden zu einschlägiger Karnevalsmusik getanzt, es gibt deftiges Essen und auch Alkohol gehört zur fünften Jahreszeit irgendwie dazu.

 

 

Aber mit diesen Traditionen ist es nicht immer getan, sondern stattdessen haben einige Feierfreudige ihre ganz eigenen Karnevalssitten entwickelt.

 

Die folgende Übersicht stellt einige der weltweit
kuriosesten Riten und Bräuche zu Karneval vor:

 

Brasilien

Wenn es um den Karneval in Brasilien geht, denken die meisten sofort an das weltberühmte Spektakel in Rio de Janeiro. Aber mit dem Karneval in Salvador de Bahia hat Brasilien eine Alternative zu bieten, die vielleicht nicht ganz so perfekt, dafür aber umso ausgelassener und verrückter ist.

In der Hafenstadt findet der weltweit größte Straßenkarneval statt und das Motto der Feierlichkeiten lautet „Bahia, major explosão de alegria“, was übersetzt „Bahia, die größte Explosion der Lust“ bedeutet. Bevor das närrische Treiben beginnt, besteigt der Rei mono, der dicke König, seinen Thron.

Dieser wird von einem schwergewichtigen Mann verkörpert, dem der Bürgermeister die Schlüssel der Stadt als Symbol dafür übergibt, dass in den folgenden Tagen alles im Zeichen von Ausgelassenheit und Spaß steht. Sechs Tage und Nächte lang wird anschließend gefeiert.

Getreu dem Motto ist die Stimmung recht freizügig und heiße Tänze sowie viel Caipirinha tragen ihren Anteil dazu bei, dass sich die eine oder andere Gelegenheitsbekanntschaft ergibt. Um hier möglichen Konsequenzen entgegenzusteuern, werden von den Festwagen auch keine Süßigkeiten oder Blumen, sondern stattdessen Kondome geworfen.    

 

Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik ist den meisten als karibisches Urlaubsziel ein Begriff, aber mit Concepción de la Vega hat das Land auch eine echte Karnevalshochburg zu bieten. Concepción de la Vega ist eine Stadt im Landesinneren mit rund 150.000 Einwohnern und gefeiert wird hier der Carnaval vegano. Charakteristisches Merkmal für die närrischen Gepflogenheiten sind die Diablos cojuelos.

Die hinkenden Teufel mit riesigen Vampirzähnen, verzerrten Gesichtern und irrem Blick ziehen durch die Straßen rund um den Parque de las Flores. Bewaffnet mit Stöcken, an denen Gummibälle befestigt sind, versohlen sie Narren und Besuchern den Hintern.

Wer eine reine Seele hat, braucht keine Angst zu haben, denn wer frei von Sünde ist, wird den Schmerz angeblich nicht spüren. Der Legende nach kam der hinkende Teufel einst direkt aus der Hölle. Satan selbst soll ihn seinerzeit auf die Erde geworfen haben und weil er sich dabei am Fuß verletzte, hinkt er. 

 

England

England gilt als das Heimatland des Fußballs und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Nationalsport auch im Karneval eine Rolle spielt. Seit rund 1.000 Jahren findet im 10.000-Einwohner-Ort Ashbourne alljährlich am Faschingsdienstag und am Aschermittwoch ein Fußballspiel statt. Als Spielfeld dient fast die ganze Stadt, lediglich Friedhöfe, Gedenkstätten und private Gärten sind ausgenommen.

Der Royal Shrovetide Football wird zwischen den Bewohnern der Ober- und der Unterstadt ausgetragen und es gibt nur wenige Regeln. So ist die Spielzeit pro Tag auf acht Stunden begrenzt und es ist verboten, Gegenspieler körperlich zu attackieren oder den Ball mit einem motorisierten Fahrzeug zu transportieren. Der Ball, der zum Einsatz kommt, ist von Hand bemalt und mit Kork gefüllt.

Die beiden Mannschaften haben jeweils eine Pyramide aus Steinen aufgebaut und wenn der Ball die gegnerische Pyramide dreimal berührt hat, ist ein Tor gefallen. Wie das traditionelle Karnevalsfußballspiel entstanden ist, kann kaum noch nachvollzogen werden, denn in den 1890er-Jahren gab es einen Brand, der nahezu alle Dokumente dazu zerstört hat.

Allerdings gilt der Royal Shrovetide Football heute als Ursprung dessen, was Derby genannt wird und die sportliche Auseinandersetzung zwischen zwei Städten beschreibt. 

 

Finnland

Der Karneval in Finnland erlebt seinen Höhepunkt am Faschingsdienstag, dem Laskiainen. Im Unterschied zu anderen Karnevalsbräuchen findet hier aber kein bunter Umzug statt, sondern es wird gerodelt. Diese Tradition geht auf den lange tief verwurzelten Aberglauben zurück, dass die Ernte im kommenden Jahr durch ausgiebiges Rodeln und möglichst rasante Abfahrten gesteigert werden kann.

Heute hat das Schlittenfahren keinen ernsten Hintergrund mehr, sondern ist in erster Linie ein fröhliches Spektakel. Als Sieger gehen dabei meist die Studenten der Technischen Universität Helsinki hervor, die eigens für diesen Anlass ausgeklügelte Hightech-Schlitten konstruieren.  

 

Italien

Der berühmteste italienische Karneval findet in Venedig statt, die kuriosesten Feierlichkeiten gibt es aber in Ivrea. Ivrea ist ein eher beschaulicher Ort im Piemont mit rund 25.000 Einwohnern. In der fünften Jahreszeit verwandelt sich die Stadt jedoch zum Austragungsort der Battaglia delle arance, einer gigantischen Orangenschlacht.

Mehrere Mannschaften treten dabei gegeneinander an und bewerfen sich mit Apfelsinen, das Siegerteam wird am Faschingsdienstag gekürt. Der Brauch hat seine Ursprünge im Mittelalter. Seinerzeit vertrieben die Bewohner einen grausamen Feudalherren mithilfe von essbaren Wurfgeschossen aus der Stadt.

Um an diesen Sieg zu erinnern, entwickelte sich die Tradition, vorbeifahrende Festwagen während der Karnevalsumzüge zu befeuern. Zunächst wurden aber noch Bohnen als Geschosse verwendet, erst in der napoleonischen Zeit wurden die Bohnen durch Orangen als Munition ersetzt.  

 

Kanarische Inseln

In Spanien und auf den Kanarischen Inseln wird gerne, lange und ausgelassen Karneval gefeiert. Teneriffa gehört dabei zu großen Hochburgen und eines der kuriosesten Spektakel findet in Puerto de la Cruz statt.

Hier gibt es alljährlich ein Rennen. Dieses Rennen ist aber nicht irgendein Rennen, sondern es handelt sich um einen Stöckelschuhlauf. Dafür schlüpfen Männer in sexy Frauenkleider, machen sich adrett zurecht und versuchen, den Hindernisparcours mit teils über zwölf Zentimeter hohen High Heels zu meistern. Unter dem Jubel der fröhlichen Zuschauer wird der Sieger dann im Hafen gefeiert, auch wenn die „Teilnehmerinnen“ die Ziellinie mitunter mit abgebrochenen Absätzen oder mit unterwegs verlorenem Kostüm passieren.

 

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