You are at: Der Stammbaum arrow Software Stammbaum arrow Stammbaum Freeware arrow Die bekanntesten Hominiden Teil II
Die bekanntesten Hominiden Teil II E-mail

Die bekanntesten Hominiden, Teil II 

Im ersten Teil dieser kleinen Reihe haben wir kurz über die Paläoanthropologie, die Wissenschaft über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, berichtet und die ersten Hominiden vorgestellt.

 

 

Hier folgt nun der Teil II mit den Urformen und Vorfahren des Menschen:  

 

Der Paranthropus boisei

Der Paranthropus boisei wurde 1959 in einer Schlucht im Norden Tansanias gefunden. Schätzungen gehen davon aus, dass er vor etwa 2,1 bis 1 Millionen Jahren lebte. Der Hominide war rund 140cm groß und brachte zwischen 40 und 70kg auf die Waage.

Sein besonderes Kennzeichen war das sehr stark ausgeprägte Gebiss, das ihm den Beinamen Nussknackermensch einbrachte. Allerdings wird er nicht zu den Vorfahren des heutigen Menschen gezählt. Stattdessen wird vom Boisei Nebenmensch gesprochen. 

 

Der Homo habilis

Der Homo habilis lebte vor etwa 2,1 bis 1,6 Millionen Jahren und damit über einen langen Zeitraum zusammen mit dem Homo rudolfensis. Dies ist auch einer der Gründe dafür, weshalb sich die Forschung nicht einig ist, ob nun der Homo rudolfensis oder der Homo habilis der Urahn des heutigen Menschen ist.

Jedenfalls wurde der Homo habilis bis zu 145cm groß und hatte ein Gehirn mit einem Volumen von rund 650cm3. Die Bezeichnung habilis leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet übersetzt soviel wie geschickt. Diesen Beinamen erhielt er deshalb, weil er so geschickt war, dass er Werkzeuge aus Stein anfertigen und nutzen konnte.  

 

Der Australopithecus sediba

In der Nähe von Johannisburg in Südafrika liegt ein Gebiet, das Cradle of Humankind (Wiege der Menschheit) heißt. In diesem Gebiet, das zum UNESCO-Welterbe gehört, wurden 2008 die Skelette von einer Frau und einem männlichen Kind gefunden. Beide waren knapp 130cm groß. Die Frau wog schätzungsweise 33kg, der Junge ungefähr 27kg.

Der Kiefer dieser Hominiden ist ähnlich ausgebildet wie bei Affen, der Schädel und die Zähne hingegen passen eher zur Gattung Homo. Aus der Beckenform und den starken Armen schließen die Wissenschaftler, dass der Australopithecus sediba aufrecht gegangen ist, aber gleichzeitig ein exzellenter Kletterer war.

Insgesamt, so die Wissenschaft, scheint der Australopithecus sediba eine Art Mischung aus dem Australopithecus africanus und dem Homo erectus zu sein. Dadurch könnte er das gesuchte Bindeglied zwischen den affenartigen Vormenschen und den ganzen frühen Menschen sein. Dies würde ihn gleichzeitig zum ersten echten Vorfahren des modernen Menschen machen.

Sein Name trägt dieser Vermutung Rechnung, denn sediba ist im südafrikanischen Sesotho die Vokabel für Ursprung oder Quelle. Der Australopithecus sediba hat vor etwa 1,9 Millionen Jahren gelebt.  

 

Der Homo ergaster

Der Homo ergaster lebte vor etwa 1,9 bis 1,3 Millionen Jahren. Sein Name bedeutet übersetzt Handwerkermensch und erklärt sich damit, dass der Homo ergaster handwerklich recht geschickt war und Werkzeuge aus Stein anfertigte und nutzte. Die Skelettreste, die in Tansania gefunden wurden, werden einem etwa 12 Jahre alten Jungen zugeordnet.

Dieser Junge war ungefähr 160cm groß, sein Hirnvolumen betrug rund 880cm3. Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein erwachsener Homo ergaster bis zu 180cm groß war und ein Hirnvolumen von etwa 900cm3 hatte. Skelettreste eines Erwachsenen wurden bisher aber nicht gefunden. 

 

Der Homo erectus

Die Wissenschaft geht davon aus, dass der Homo erectus der erste Vorfahre des modernen Menschen ist, der von seiner ursprünglichen Heimat Afrika aus nach Europa und Asien gewandert ist und sich dort niedergelassen hat. Für diese Theorie spricht, dass Überreste des Homo erectus an verschiedenen Stellen gefunden wurden. Eine Fundstelle war im afrikanischen Tansania.

Eine andere Fundstelle war in einer Höhle in der Nähe von Peking, weshalb dieser Urahn auch Pekingmensch genannt wird. Daneben wurden auf Java in Indonesien Überreste des Homo erectus gefunden, die dem Hominiden den Beinamen Javamensch einbrachten.

Zudem stießen Forscher in Georgien auf weitere Überreste des Homo erectus. Einige Wissenschaftler ordnen auch den Homo heidelbergensis dem Homo erectus zu. Ausgehend von dem Alter der verschiedenen Funde, hat der Homo erectus vor etwa 1,8 Millionen bis 40.000 Jahren gelebt. Er ging aufrecht, was sich auch in seinem Namen widerspiegelt. Erectus ist nämlich die lateinische Vokabel für aufgerichtet oder aufrecht. Das Volumen seines Gehirns war mit 1.250cm3 vergleichsweise groß.   

 

Der Homo heidelbergensis

1907 wurden die ersten Überreste dieses menschlichen Vorfahren in der Nähe von Heidelberg gefunden. Daher kommt auch sein Name. Später gab es weitere Funde, unter anderem im griechischen Thessaloniki. Der Homo heidelbergensis lebte vor etwa 600.000 bis 200.000 Jahren und damit zeitweise im selben Zeitraum wie der Homo erectus. Bislang steht noch nicht eindeutig fest, ob es sich beim Homo heidelbergensis um einen Nachfahren des Homo erectus handelt, der seine Wurzeln in Afrika hatte und später nach Europa ausgewandert ist.

Denkbar ist nämlich auch, dass sich der Homo heidelbergensis aus dem Homo antecessor entwickelt hat. Der Homo antecessor (zu Deutsch Vorgänger) ist erst seit kurzem bekannt, Skelettreste von ihm wurden im Spanien gefunden. Einigkeit besteht hingegen darüber, dass der Homo heidelbergensis der direkte Vorfahre des Neandertalers ist, der bis vor ungefähr 30.000 Jahren lebte. Der Homo heidelbergensis hatte ein Gehirn mit einem Volumen von etwa 1.200cm3.

Erwachsene Männer waren bis zu 170cm groß, Frauen waren mit einer Körpergröße von rund 160cm etwas kleiner. Der Homo heidelbergensis fertigte verschiedene Werkzeuge an, die er für handwerkliche Arbeiten, im Alltag und für die Jagd nutzte. Ein Beispiel hierfür sind bis zu 250cm lange Wurfspieße, mit denen er jagte. Die Wissenschaft vermutet, dass der Homo heidelbergensis auch schon eine sehr einfache Sprache genutzt haben könnte, um sich zu verständigen.

Mehr Anleitungen, Dokumentationen und Tipps:

  • Irrtümer in der Geschichte der Menschheit
  • Wie Adoptierte nach ihren Wurzeln suchen können
  • Ritterturniere - die Idee dahinter und ihr Ablauf
  • Walpurgisnacht: Gab es die Flugsalben der Hexen wirklich?
  • Sünde Vergebung und Ablass in der katholischen Kirche
  • Die bekanntesten Hominiden Teil I
  • Thema: Die bekanntesten Hominiden Teil II

     
    < Prev   Next >

    mehr Artikel

    Basistipps für die Ahnenforschung, 2. Teil Basistipps für die Ahnenforschung, 2. Teil   Wo habe ich meine Wurzeln? Woher stammen meine Vorfahren? In welchen Verhältnissen haben meine Ahnen gelebt? Gibt es Verwandte, von denen ich bislang nichts wusste? Solche Fragen gehen vielen Menschen durch den Kopf. Und nicht jeder möchte sich damit begnügen, in alten Fotoalben zu blättern und die noch lebenden Angehörigen zu befragen, sondern will tiefer in die Familiengeschichte einsteigen. Die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Ahnenforschung befasst, ist die Genealogie. In einem ausführlichen Ratgeber haben wir Basistipps rund um die Ahnenforschung zusammengetragen. Hier ist der 2. Teil!  Ganzen Artikel...

    Warum die glückliche Patchwork-Familie oft nur Wunschdenken ist, Teil II Warum die glückliche Patchwork-Familie oft nur Wunschdenken ist, Teil II   Eine neue, glückliche Familie, die aus einem Paar, den Kindern aus den vorhergehenden Beziehungen und vielleicht noch gemeinsamem Nachwuchs besteht: So stellen sich viele das Patchwork-Leben vor. Doch so einfach ist es leider nicht. Der Alltag als Patchwork-Familie wird von etlichen Herausforderungen begleitet, für die Lösungen gefunden werden müssen.In einem zweiteiligen Beitrag erklären wir, warum das Idyll der Patchwork-Familie oft eher Wunschdenken ist – und wie es trotzdem klappen kann, als neue, glückliche Familie zusammenzuwachsen. Hier ist Teil II!    Ganzen Artikel...

    Infos und Uebersicht Onomastik Infos und Übersicht rund um die Onomastik Die Onomastik, die auch als Namenforschung oder Namenkunde bezeichnet wird, ist eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung von Bedeutung, Bildung, Herkunft und Verbreitung eines Namens befasst.Dabei gilt es, die Namenforschung nicht mit der Namensforschung zu verwechseln, denn während sich die Namensforschung mit der Erforschung von Namen und Bezeichnungen im Allgemeinen befasst, richtet sich die Aufmerksamkeit der Namenforschung auf die Erforschung eines bestimmten Namens einer Person, einer Familie oder auch eines geographischen Namens. Ganzen Artikel...

    Home-Office und Kinderbetreuung - 7 Tipps Home-Office und Kinderbetreuung - 7 Tipps   Mehr Flexibilität, eigenständiges Arbeiten, keine Pendlerwege und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Viele Arbeitnehmer und auch Selbstständige sind vom Konzept, im Home-Office zu arbeiten, sehr angetan. Doch so einfach und vielversprechend, wie die Arbeit vom heimischen Büro aus auf den ersten Blick erscheint, ist es in der Praxis leider nicht. Vielmehr kann es zur echten Herausforderung werden, Home-Office und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen.    Ganzen Artikel...



    Kauf von Stammbaum-Software Tipps zum Kauf von Stammbaum-Software Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, einen Stammbaum selbst zu erstellen. Die erste Möglichkeit ist, ihn von Hand zu erstellen und zu basteln, indem die vorhandenen Daten auf eine Tafel, ein Plakat oder in ein Buch eingetragen oder entsprechende Bilder aufgeklebt werden. Komfortabler ist es jedoch, den Stammbaum per Computer zu erstellen, wozu der Handel eine Reihe unterschiedlicher Programme bietet. Aber worauf sollte man beim Kauf einer Stammbaum-Software achten? Ganzen Artikel...

    Translation

    Themengebiete

    7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 2
    7 Fragen zum Mutterschaftsgeld, Teil 2 Natürlich ist die Freude riesig, wenn Nachwuchs unterwegs ist. Doch zu der Freude mischen si...
    Historische Adressbuecher
    Historische Adressbücher als Vorläufer der heutigen Telefonbücher Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln gibt es eine Reihe u...
    Ausführlicher Ratgeber zur Aufnahme eines Pflegekindes, Teil 2
    Ausführlicher Ratgeber zur Aufnahme eines Pflegekindes, Teil 2 In Deutschland leben rund 87.500 Kinder und Jugendliche in Pflegefam...
    Intelligenz - Was ist das eigentlich?
    Intelligenz - Was ist das eigentlich? Im Laufe seiner Geschichte hat sich der Mensch deutlich weiterentwickelt. Erst nach und nach hat er ge...
    Vorlage Stammbaum-Gliederung
    Vorlage einer Stammbaum-Gliederung Unter einem Stammbaum versteht man zunächst die graphische Darstellung der Entwicklungsgeschichte ei...
    5 gute Gründe fürs Basteln im Herbst mit den Kids
    5 gute Gründe fürs Basteln im Herbst mit den Kids Die Blätter werfen ihr Laub ab, die Temperaturen sinken, es wird neblig...

    themesclub.com cms Joomla template
    Copyright © 2026 Stammbaum Vorlagen - Familie, Tipps und Ratgeber  -  All Rights Reserved.
    design by themesclub.com
    themesclub logo
    Autoren & Betreiber Artdefects Media Verlag