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Übersicht über die am meisten verwendeten Schriften in Dokumenten 

Im Zuge der Familien- und Ahnenforschung kann insbesondere der eher unerfahrene Laie auf eine Reihe unterschiedlicher Problematiken stoßen, die die Suche nach den Wurzeln deutlich erschweren. So gilt es nicht, überhaupt erst Dokumente oder alte Aufzeichnungen zu finden und Namen oder Verwandtschaftsbeziehungen zu bestimmen.

Hinzu kommt, dass viele alte Aufzeichnungen und hier insbesondere Kirchenbücher, die jedoch eine sehr wichtige Informationsquelle darstellen, in lateinischer Sprache verfasst sind.

 

 

Eine weitere Problematik kann sich durch die verwendeten Schriften ergeben, die sich ebenfalls im Laufe der Zeit deutlich verändert haben. Die wichtigsten Schriften, auf die der Familienforscher sicher stoßen wird, sind die Kurrentschrift und die Sütterlinschrift als Handschriften sowie die Frakturschrift als Druckschrift.

 

Hier dazu die wichtigsten Infos im Überblick:

 

•        Die typische Schrift, die bis etwa 1930 an Schulen gelehrt wurde, ist die Kurrentschrift.

Hierbei handelt es sich um eine Schreibschrift, bei der einzelne Buchstaben gerne miteinander verbunden werden und die sich letztlich dadurch auszeichnet, dass es mehr auf die schöne Gestaltung der Buchstaben als auf die Geschwindigkeit beim Schreiben ankam. Charakteristische Merkmale der Kurrentschrift sind eine Neigung nach rechts sowie zahlreiche Verschlaufungen der Ober- und der Unterlängen.

Im Gegensatz zu der runden, lateinischen Schrift weist die Kurrentschrift zudem spitze Winkel auf. Das Lesen der Kurrentschrift wird dadurch noch etwas erschwert, als dass die einzelnen Handschriften deutliche Unterschiede aufweisen können, also sehr individuell geprägt sein können.

 

• Die Sütterlinschrift       

Um den Kindern das Schreibenlernen zu erleichtern, entwickelte der Grafiker Ludwig Sütterlin die Kurrentschrift zu der Sütterlinschrift weiter. Er vereinfachte die Formen der Buchstaben und reduzierte die Ober- und Unterlängen.

Zudem wurden die recht breiten Buchstaben nun nicht mehr nach rechts geneigt und mit spitzen Winkeln geschrieben, sondern standen aufrecht und zeigten Rundungen. Die Vereinfachung der Schrift wurde im Wesentlichen dadurch möglich, dass die Sütterlinschrift mit der sogenannten Redisfeder geschrieben wurde.

Hierbei handelt es sich um eine Feder mit einem kugeligen Kopf, die die bis dahin verwendete Spitzfeder ablöste und Schriften mit gleicher Strichbreite ermöglichte. Ein Erlass während des Zweiten Weltkrieges führte allerdings zum Verbot der Sütterlinschrift.

 

• Die Frakturschrift       

Die wichtigste Schrift im Bereich der Druckschriften ist die Frakturschrift, denn nahezu alle Bücher in Deutschland wurden in der Vergangenheit in dieser Schrift gedruckt. Die Frakturschrift, die umgangssprachlich auch als altdeutsche Schrift bezeichnet wird, zeichnet sich durch Buchstaben aus, die ganz oder teilweise gebrochen sind.

Das bedeutet, die Buchstaben entstehen aus einer Schreibbewegung heraus, wobei Richtungswechsel innerhalb der Strichführung einen oder mehrere Knicke in den Bögen der Buchstaben bewirken. Insgesamt ist die Frakturschrift mit etwas Übung allerdings recht gut zu lesen, denn Schwierigkeiten bereiten meist nur sehr wenige Buchstaben.

So unterscheidet sich das s vom f dadurch, dass das s keinen Querbalken hat und der Unterschied zwischen dem k und dem t liegt in einer kleinen Schlaufe auf der rechten, oberen Seite. Ähnlich sind sich auch die Buchstaben y, h und v, wobei das y keine Oberlänge hat und unten offen ist. Die Buchstaben B und V sowie die Buchstaben N und R unterscheiden sich durch den jeweils fehlenden Querstrich innen. Der Unterschied zwischen den Buchstaben G und E liegt in dem unteren Bogen, der beim E offen ist, die Buchstaben I und J werden meist mit gleichem Schriftbild geschrieben. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Frakturschrift dann von moderneren Druckschriften abgelöst.

 

Thema: Übersicht der am meisten verwendeten Schriften in Dokumenten

 
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