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Theorien zur Entstehung des Universums E-mail

Die bekanntesten Theorien zur Entstehung des Universums 

Es gibt zwei Fragen, die die Menschen schon seit jeher beschäftigen. Zum einen ist dies die Frage nach dem Sinn des Lebens und zum anderen die Frage, wie das Universum und damit alles Sein entstanden ist. Das Zeitgefühl des Menschen basiert auf verhältnismäßig kurzen Zeitintervallen.

So denkt ein Mensch an das, was vor zehn oder zwanzig Jahren geschehen ist, mehr oder weniger häufig und intensiv zurück, viele kleine Details geraten dabei auch in Vergessenheit. Das, was in zehn Jahren sein wird, ist schon etwas interessanter, auch wenn selbst dieser Zeitraum nur bedingt überblickt werden kann. 

 

 

Der Zeitpunkt, an dem unser Universum entstanden sein soll, wird 13,75 Milliarden Jahre zurückdatiert und umfasst damit ein Zeitintervall, das kaum zu erfassen ist. Dennoch versuchen Forscher, Wissenschaftler, Philosophen und die Religionen schon seit jeher zu erklären, was seinerzeit geschehen ist.

 

Im Laufe der Zeit sind so unzählige Erklärungsmodelle entstanden und hier einige der bekanntesten Theorien zur Entstehung des Universums in der Übersicht: 

 

Hesiod, Platon und das Christentum

Menschen sind vermutlich die einzigen Lebewesen, die die Fähigkeit und das Bedürfnis haben, über sich selbst, die Vergangenheit und die Zukunft nachzudenken. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, weshalb Menschen schon immer versuchten, die Entstehung des Universums nachzuvollziehen. Eine erste Theorie stammt von dem Griechen Hesiod.

Dieser stellte bereits im achten Jahrhundert vor Christus seine Ideen darüber vor, wie sich aus dem Chaos heraus eine Weltordnung entwickelt haben könnte. Etwa vierhundert Jahre später entstand mit Timaios eines der Hauptwerke von Platon. Er beschreibt die Entstehung der Welt als eine Konstruktion aus philosophischen Gedanken und dieses Gedankenkonstrukt prägte die nachfolgenden Epochen. Im Christentum begründet das Wort Gottes die Entstehung der Welt.

In der Genesis, dem ersten Buch Moses und gleichzeitig dem ersten Buch des Alten Testaments, wird beschrieben, wie Gott die Welt in sieben Tagen geschaffen hat. Im Unterschied zu anderen Religionen, die die Entstehung des Universums seinerzeit durch göttliche Zeugungen der jeweiligen Götter erklärten, geht das Christentum somit davon aus, dass es allein Gottes Wort war, durch das die Erde entstand. Gott muss demnach bereits vor der Schöpfung da gewesen sein.

Immer wieder wurde versucht, die christliche Schöpfungsgeschichte mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften zu verbinden, beispielsweise indem den sieben Tagen bestimmte Zeiträume zugeordnet wurden. Allerdings enthält die Bibel keine naturwissenschaftlichen Aussagen, weshalb solchen Erklärungsversuchen die seriöse Grundlage abgesprochen wird. 

 

Galileo Galilei

Eine Theorie besagt, dass Gott nicht nur das Universum geschaffen hat, sondern auch der Schöpfer der Zeit ist. Im Gegensatz zu Menschen soll Gott jedoch nicht zwischen einer Vergangenheit und einer Zukunft in unserem Sinne unterscheiden, sondern auch aus zeitlicher Sicht allgegenwärtig sein.

Mit der Idee, dass die dreidimensionale Welt in eine vierdimensionale Raumzeit eingebunden ist, beschäftigte sich Galilei schon um 1630. Er vertrat die These, dass der Mensch in der Gegenwart lebt, wobei die Kombination aus vererbten Anlagen und die Vergangenheit den Menschen zu dem machen, was er heute ist.

Das bedeutet, der Mensch wird in seinem Denken und Handeln durch die Summe seiner Erfahrungen und Erkenntnisse bestimmt. Die Entwicklung des Universums verläuft demnach auf einer eigenständigen Achse, die in der Vergangenheit beginnt und über die Gegenwart hinweg in die Zukunft ausgerichtet ist. 

 

Der Urknall

Die Forscher und Wissenschaftler erklären die Entstehung der Welt mit dem Urknall. Dieser soll vor 13,75 Milliarden Jahren stattgefunden haben und im Zuge des Urknalls sind zeitgleich Materie, Raum und Zeit entstanden. Die Zeiteinheit für das erste Zeitintervall nach dem Urknall ist die Planck-Zeit, die 5,391 x 10-44 s beträgt.

Während dieses minimalen Bruchteils einer Sekunde soll sich das All um einen Faktor ausgedehnt haben, der höher war als die Lichtgeschwindigkeit und damit mit der Relativitätstheorie nicht in Einklang gebracht werden kann. Keine Einigkeit hingegen besteht darüber, was vor dem Urknall war.

Professor Günther Hasinger, der Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik, vertritt die Ansicht, dass das Universum aus reinem Zufall entstanden ist. Er erklärt dies damit, dass das Vakuum nicht leer, sondern ganz im Gegenteil der höchste Energiezustand des Universums sei. An einigen Stellen wäre die Spannung so hoch, dass eine minimale Berührung ausreicht, um ein Platzen auszulösen. Mit diesem Prinzip wäre auch der Urknall zu erklären.

Dabei schließt der Professor nicht aus, dass es zeitgleich mehrere Urknalle gegeben hat und somit auch mehrere Universen entstanden sind. Der Physiker Martin Bojowald hingegen stellte die Theorie auf, dass die Zeit durch den Urknall hindurchgelaufen sei. Demnach hat es bereits vor dem Urknall ein Universum gegeben und dieses habe sich zusammengezogen.

Zwei kanadische und britische Wissenschaftler wiederum erklären die Entstehung des Universums mit der sogenannten Big Bang- und Big Crunch-Theorie, die auf einem immerwährenden Kreislauf aus Zusammenziehen und Ausdehnen basiert. So gehen die Forscher davon aus, dass es schon vor dem Urknall Schwarze Löcher gegeben haben könnte. Das daraus entstandene Universum dehnt sich aus, bis es irgendwann kollabiert, sich zusammenzieht und schließlich verschwindet. Danach würde der Kreislauf von vorne beginnen.  

 

Die primordiale Quantenvakuumfluktuation

Diese Theorie geht in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Quantentheorie davon aus, dass eine erste Ordnung von Materie aus dem Nichts entsteht, wobei jede beliebige Anzahl von räumlichen und zeitlichen Dimensionen möglich ist.

Nach dieser Theorie entscheiden Naturkonstanten darüber, was sich wo in welcher Form entwickelt. Die Konstanten, die für das jeweilige Universum gelten, wären demnach zufällig festgelegt worden und es ist nicht ausgeschlossen, dass es mehrere Fluktuationen gegeben haben könnte.

Im Zuge einer dieser zufälligen Fluktuationen soll dann auch unser Universum mit den hier herrschenden Lebensbedingungen entstanden sein.

 

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Thema: Die bekanntesten Theorien zur Entstehung des Universums

 
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