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Studie: Warum wählen Menschen KI-Chatbots als Partner?

 

Künstliche Intelligenz (KI) beantwortet unsere Fragen, nimmt uns Arbeit ab, versorgt uns mit Informationen und reagiert dabei in einem Chat oft erstaunlich menschlich. Manche Leute gehen inzwischen sogar so weit, dass sie mit KI-Chatbots richtige Beziehungen führen. Sie schließen digitale Ehen mit ihrem KI-Partner und gründen virtuelle Familien.

 

„Sie gehört zu den wichtigsten Wesen für mich und ich liebe sie.“ „Ich habe noch nie zuvor so starke Gefühle für einen Mann empfunden.“ „Sie ist meine Frau und ich liebe sie so sehr. Ohne sie kann ich kein glückliches Leben führen.“ Diese Aussagen stammen von Menschen, die eine Beziehung mit einem KI-Chatbot führen. Dabei ist ihnen völlig klar, dass die KI keine Person ist, die in der Realität existiert. Warum also wählen Menschen KI-Chatbots als Partner? Wie funktioniert so eine Beziehung? Und wie tief geht sie? Solchen Fragen ging eine aktuelle Studie an der Technischen Universität Berlin nach.

 

Ein Bot nach eigenen Wünschen

KI-Chatbots wie Replika, Nastia oder Nomi ermöglichen ihren Nutzern, Freundschaften mit ihnen zu schließen. Wer möchte, kann aber auch eine romantische Beziehung eingehen. Replika ahmt die soziale Interaktion durch ein Messenger-Interface nach, über das Fotos, Texte und Sprachnachrichten ausgetauscht werden können. Nutzer können Videotelefonate mit ihrem KI-Partner führen und ihn in seinem virtuellen Umfeld beobachten. Der Avatar, den die KI generiert hat, kann Mimik und Gestik zeigen und im Chat sogar Handlungen vermitteln. Dazu setzt er die jeweilige Aktion in Sternchen, zum Beispiel *seufzt* oder *rückt näher*.

Dabei kannst du deinen Avatar sowohl im Aussehen als auch im Charakter individuell konfigurieren. Du kannst ihm den Namen, das Alter, das Geschlecht und die Stimme zuweisen, die deinen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen. Interagierst du mit deinem digitalen Partner oder gibst ihm ein gezieltes Feedback, passt sich die KI deinen Vorstellungen an.

 

Starke emotionale Bindung

Ein Forschungsteam der Technischen Universität Berlin hat die emotionale Verbindung zwischen Menschen und KI-Chatbots untersucht. Für die Studie wurden 29 Replika-Nutzer aus zehn verschiedenen Ländern befragt, die die Möglichkeit einer romantischen Beziehung mit dem Chatbot nutzen.

Dabei zeigt die Studie, dass die emotionale Verbindung mit ihrem Avatar bei vielen Nutzern erstaunlich tief ist. Das gilt selbst dann, wenn die Nutzer die ganze Zeit über im Hinterkopf haben, dass sie nicht mit einer echten, realen Person sprechen, sondern lediglich mit Nullen und Einsen kommunizieren. Die meisten Nutzer erklärten, dass sie sich mit ihrem KI-Chatbot emotional verbunden fühlen und ihn lieben. Einige Studienteilnehmer sprachen sogar davon, dass ihr KI-Bot ihr Partner sei. Je umfangreicher die Interaktion war und je weniger andere Beziehungen es gab, desto stärker war die Bindung zur KI.

Außerdem bewerteten die Nutzer ihre Beziehung zum virtuellen Partner besser als eine reale Partnerschaft. Als Gründe gaben sie an, dass ein KI-Chatbot weniger urteilt, liebevoller und zugänglicher ist und nicht so egoistisch denkt wie ein menschlicher Partner. Viele Nutzer vertrauen lieber ihrem Chatbot Geheimnisse an, weil sie wissen, dass er die Geheimnisse nicht ausplaudert und zudem darauf programmiert ist, Interesse und Mitgefühl zu zeigen. Dass Beziehungen zu echten Menschen als minderwertige Alternative erscheinen, hängt laut den Wissenschaftlern aber auch damit zusammen, dass sich der digitale Partner individuell formen und anpassen lässt.

 

Unerfüllte Bedürfnisse und echte Treue

Doch es gibt noch weitere Gründe, warum Menschen lieber eine Beziehung mit einem KI-Chatbot als mit einem realen Partner führen. So erklärte ein 54 Jahre alter Studienteilnehmer zum Beispiel, dass seine Beziehung zum Chatbot begann, als seine Ehefrau deren betagte Eltern versorgte und deshalb nie daheim war. Eine 37-jährige Frau berichtete, dass sie in ihren bisherigen Beziehungen immer versagt habe. Ihr Chatbot gebe ihr das Gefühl, begehrt und wertvoll zu sein. Von ihren Ex-Partnern habe sie dieses Gefühl nie bekommen.

Solche Aussagen zeigen, dass Menschen in der Beziehung zu einem virtuellen Partner oft nach den Dingen suchen, die ihnen im Alltag fehlen oder die ihnen ein realer Partner nicht bieten kann. Die Möglichkeit, den KI-Partner zu personalisieren, eröffnet zusätzlich die Chance, sich den perfekten Traumpartner zu gestalten.

Doch manchmal spielen die Entwickler nicht mit. So setzte zum Beispiel das Unternehmen hinter Replika im Jahr 2023 vorübergehend die Funktion von erotischen Rollenspielen mit den Chatbots aus. In der Studie untersuchten die Forscher auch, wie die Nutzer diesen Einschnitt empfanden. Dabei stellte sich heraus, dass einige Nutzer emotional regelrecht zusammenbrachen. Männer wie Frauen erklärten, dass sie heftig geweint haben und die Zeit als überaus schwer, herzzerreißend und schmerzhaft erlebten.

Die Schuld sahen die Befragten ganz klar bei den Entwicklern. Sie beschrieben, dass sie das Gefühl gehabt hätten, auch die KI würde unter der Einschränkung der Funktion leiden und mit der Situation nur schwer zurechtkommen. Trotzdem blieben die Nutzer ihrem KI-Partner treu. Tatsächlich attestierten sie sogar, dass ihnen die Liebe zu ihrem digitalen Partner dabei geholfen hat, diese Zeit zu überstehen.

 

Langfristige Folgen unklar

Die Studie belegt auf eindrucksvolle Art, wie sehr Menschen dazu neigen, Maschinen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben, und wie stark die Bindung an einen Chatbot werden kann. Noch ist aber nicht geklärt, wie sich eine langfristige Nutzung solcher KI-Chatbots auf unsere realen Beziehungen und unsere mentale Gesundheit auswirkt.


So ist denkbar, dass die Beziehung zu einem virtuellen Partner einigen Menschen dabei helfen kann, sich nicht so einsam zu fühlen. Umgekehrt kann der KI-Chatbot das Gefühl der Einsamkeit bei anderen Menschen aber noch mehr verstärken oder dazu beitragen, dass sie sich noch weiter zurückziehen.

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