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So lösen Paare Konflikte in der Schwangerschaft E-mail

So lösen Paare Konflikte in der Schwangerschaft

 

Eine Schwangerschaft ist mit vielen Emotionen verbunden und bringt jede Menge Veränderungen mit sich. Auch wenn die Vorfreude auf das Baby riesig ist, kann die Schwangerschaft die Liebesbeziehung aber auf eine harte Probe stellen. Wir geben Anregungen, wie Paare aufkommende Konflikte in der Schwangerschaft lösen können und künftig nicht nur Eltern sind, sondern auch ein Liebespaar bleiben.

 

Bei vielen Paaren krönt eine Schwangerschaft das gemeinsame Glück. Die Vorfreude auf den Nachwuchs steht über allem anderen. Für Gedanken an mögliche Beziehungsprobleme bleibt da wenig Raum. Dabei sind Konflikte während der Schwangerschaft gar keine Seltenheit.

Eine Schwangerschaft läutet schließlich eine Vielzahl von Veränderungen ein. Diese betreffen alle Lebensbereiche, die Beziehung als Paar inklusive. Denn wo es vorher eine eingespielte Zweierdynamik mit wenig Konfliktpotenzial gab, entsteht nun eine Dreierbeziehung, die neue Aufgaben, andere Themen und manchmal gegensätzliche Vorstellungen vom gemeinsamen Familienleben mit sich bringt.

 

Wichtiges klären

Statt sich mit grundsätzlichen Fragen auseinanderzusetzen, lassen viele Paare lieber alles auf sich zukommen. Sie gehen davon aus, dass sich Lösungen finden werden, wenn sich die neue Lebenssituation erst einmal eingespielt hat. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Wir raten deshalb dazu, dir im Vorfeld Gedanken zu machen. Wie teilen wir die Kinderbetreuung und die Berufstätigkeit auf? Wie können wir unsere Rollen als Eltern einnehmen, ohne uns dabei als liebendes Paar zu verlieren? Was müssen wir tun, um in Stresssituationen als Team zu agieren? Wie können wir sicherstellen, dass sich beide gleichermaßen einbringen und nicht nur einer zurücksteckt? Solche Dinge solltet ihr als Paar am besten noch vor der Geburt des Kindes klären.

 

Konflikte ausräumen

Außerdem solltest du deine eigenen Konfliktmuster überdenken. Denn Streitigkeiten werden nicht ausbleiben, wenn das Kind da ist. Auch wenn es dabei nur um Kleinigkeiten geht, kann es passieren, dass du deinen Partner oder deine Partnerin von einer ganz anderen Seite kennenlernst. Vorhersehbar ist das nicht. Wie wir reagieren, wenn wir gestresst, angespannt, überfordert oder einfach nur übermüdet sind, zeigt sich erst, wenn die Situation eintritt. Aber ein Baby wirkt oft wie eine Lupe. Was in der Beziehung gut läuft, klappt auch weiterhin oder wird sogar noch besser, während sich das, was ohnehin im Argen lag, noch stärker bemerkbar macht.

Akute Streitsituationen, aber auch längerfristige Konflikte setzen oft einen Kreislauf aus Angriff und Verteidigung in Gang. Um ihn zu durchbrechen, ist der beste Weg, deine Verletzlichkeit zu zeigen. Andere können nicht nachvollziehen, was in dir vorgeht, wenn du nicht offen zu den Gefühlen stehst, die bei dir gerade vorherrschen. Wichtig dabei ist aber, dass du Ich-Botschaften vermittelst und nicht in Du-Vorwürfe verfällst. Kommuniziere das, was bei dir ist, statt aufzuzählen, was der andere macht oder nicht macht.

 

Das Rollenverständnis definieren

Ein Rückfall in alte Geschlechterrollen ist ein weiteres Thema, das viel Konfliktpotenzial birgt. Oft haben wir bestimmte Vorstellungen verinnerlicht, etwa welche Aufgaben eine Mutter hat oder was einen guten Vater ausmacht.

Solche Erwartungshaltungen solltet ihr frühzeitig überdenken und für euch klären, ob ihr beide das traditionelle Elternbild leben wollt. Setze dich auch damit auseinander, welche Rollenvorbilder deine Kindheit geprägt haben, was dir davon gefallen hat und was du bei deinem Kind anders machen willst. Klare Absprachen über das Rollenverständnis können viele spätere Konflikte vermeiden.

 

Die Beziehung stärken

In der Schwangerschaft und danach wird das Kind oft zum Hauptthema. Die werdenden Eltern lesen Bücher, besuchen Vorbereitungskurse und richten das Babyzimmer ein. Doch dabei solltet ihr nicht vergessen, auch eure Beziehung auf die neue Lebenssituation vorzubereiten. Denn wenn das Baby erst einmal auf der Welt ist, bleibt dafür kaum Zeit.

Natürlich sind Fragen über die Geburt, das Wochenbett oder die Kindererziehung sehr wichtig. Befasst euch aber auch damit, wie ihr eure Beziehung als Paar stärken und pflegen könnt. Eltern zu sein, heißt schließlich nicht, dass eure Liebesbeziehung nicht mehr zählt.

 

Grenzen setzen

Durch die körperlichen und hormonellen Veränderungen stellt die Schwangerschaft ein Paar auch vor ganz handfeste Herausforderungen. Ein typischer Streitpunkt ist die Gemütslage der Frau. Die verschiedenen hormonellen Phasen führen dazu, dass eine Schwangere sensibler ist, ihre Launen schwanken oder sich ihre Bedürfnisse verändern. Manchmal ist sie müde, mitunter hat sie Schmerzen. Auch das Sexualleben kann anders sein.

Grundsätzlich solltet ihr über eure Gefühle und Bedürfnisse sprechen. Oft lässt sich gemeinsam ein Kompromiss finden. Trotzdem sollte jeder seine Grenzen setzen. Es ist völlig legitim, für dich festzulegen, wie weit du gehst und wie viel du zu geben bereit bist. Niemand kann von seinem Partner oder seiner Partnerin verlangen, dass er oder sie alles mitmacht. Ihr beide seid Individuen und könnt nicht ohne Weiteres über den anderen bestimmen. Am Ende geht es darum, dass es nicht in einer Auseinandersetzung zwischen euch beiden mündet, sondern ihr gemeinsam gegen das Problem vorgeht.

 

Das Schöne feiern

Obwohl ihr euch den schwierigen und unbequemen Themen stellen solltet, solltet ihr unbedingt auch die schönen Momente zelebrieren. Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere Zeit, die ihr bewusst genießen solltet.


Führe dir jenseits aller Konflikte immer wieder vor Augen, warum du dich für deinen Partner entschieden hast, was du an ihm oder ihr schätzt und was euch als Paar zum unschlagbaren Team macht. Ein guter Tipp an dieser Stelle ist, in einem ruhigen Moment einen Brief zu schreiben, in dem du festhältst, wofür du deinen Partner liebst und warum du mit ihm oder ihr eine Familie gründen wolltest. Spätestens, wenn die Emotionen bei der ersten Beziehungskrise nach der Geburt hochkochen, kann der Brief die Wogen vermutlich schnell wieder glätten.

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